Digital Leadership: So wirkt sich die Digitalisierung auf Führungsverhalten aus

Digital Leadership

„Digital Leadership“ ist als Schlagwort derzeit hoch im Kurs. Es geht um neue Werte, neue Organisationsformen, neue Qualitäten einer Führungskraft. Sind die aber wirklich so neu? Und was genau macht dann Digital Leadership aus? Wir gehen dem Trendphänomen nach.

Neue Arbeitswelt – neue Anforderungen?

Oft genug wird davon gesprochen, dass die Digitalisierung alles ändert. Natürlich ist der Wandel, der mit der Digitalisierung zusammenhängt, nicht zu leugnen. Aber was genau bedeutet das für die Unternehmensführung?

Richtig ist: In der Führung von Unternehmen hat sich viel getan. Auch die Ziele und Prioritäten von Mitarbeitern haben sich verschoben. Die Generationen Y und Z achten mehr als die Generationen vor ihnen auf Work-Life-Balance. Sie arbeiten, um zu leben.

Ihr Leben einem – und womöglich einem einzigen! – Unternehmen „aufzuopfern“, ist in dieser Generation nicht länger das Ziel. Sie wünschen sich Dynamik im Arbeitsleben und mehr Raum für Freizeit und Familie.

Zugleich wächst auch der Wunsch nach weniger hierarchischen Strukturen und mehr Partizipation. Gerade jüngere Mitarbeiter möchten nicht bloße Befehlsempfänger sein, sondern aktiv mitgestalten.

Auch der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeit- und Arbeitsortregelungen wächst. Arbeiten im Home Office, zumindest an einzelnen Tagen, aber auch das Leben als digitaler Nomade liegen im Trend.

Ist das nun aber alles auf die Digitalisierung zurückzuführen? Sicher nicht.

Klar hat die Digitalisierung vieles erst ermöglicht. Ohne sie wäre die Arbeit als digitaler Nomade gar nicht möglich. Auch Home Office-Tage hängen von der Möglichkeit ab, in der Cloud zu arbeiten und per E-Mail, Chat oder Videokonferenz mit den Kollegen zu kommunizieren.

Der Wunsch nach einer anderen Arbeitswelt muss aber vielleicht doch eher als kultureller Wandel begriffen werden. Auch früher schon waren die erfolgreichsten Führungskräfte diejenigen, die ihre Mitarbeiter zu motivieren wussten. Die ihren Mitarbeitern etwas zugetraut haben und ihnen Gestaltungsspielräume ließen.

Diese Führungskräfte waren aber nicht das damals gängige Modell guter Führung. Erst in den letzten 20 Jahren hat sich diese Idee im Mainstream durchgesetzt.

Kultureller Wandel und Digitalisierung gehen hier also Hand in Hand. Worauf aber kommt es nun wirklich an? Was macht einen „Digital Leader“ aus?

Qualitäten eines Digital Leaders

Gutes Digitales Leadership vereint einen zeitgemäßen Führungsstil mit einem sicheren Wirken im digitalen Bereich. Es geht zum einen um die Fähigkeit, sich in einer digitalen Welt erfolgreich zu behaupten. Zum anderen geht es darum, ein Führungsmodell zu leben, in dem wertschätzend, fördernd und fordernd mit den Teammitgliedern interagiert wird.

Digital denken

Zu den digitalen Kompetenzen kann es beispielsweise gehören, die digitale Transformation in einem größeren Unternehmen mit längerer Geschichte sinnvoll umzusetzen.

Bei jüngeren Unternehmen geht es hingegen von Anfang an darum, digitale Tools smart einzusetzen. So soll effizientes Arbeiten ermöglicht werden und gleichzeitig ein gutes, motivierendes Arbeitsklima erzeugt werden.

Es genügt nicht, neue „Gadgets“ der Arbeitsorganisation einzusetzen. Sie müssen verstanden werden und zweckmäßig zum Einsatz gebracht werden. Die beste Liste, das großartigste Wiki bringt nichts, wenn es nicht gepflegt und genutzt wird.

Auch besteht immer die Gefahr, dass solche Tools den administrativen Aufwand aufblähen, ohne nachhaltig Sinn zu stiften. Auch so etwas muss eine gute Führungskraft im Blick haben und entsprechend steuern.

Digital Leadership bedeutet auch ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzfreude. Das liegt unter anderem auch an den schnelleren Innovationszyklen und Kommunikationswegen. Schnelle Reaktionen und flexibles Agieren in einem komplexen Umfeld gehört insofern unabdingbar zu den Kompetenzen einer Führungskraft in der Welt von Work 4.0.

Das setzt freilich auch ein hohes Maß an Organisationsgeschick und Überblick voraus. Dies ist einer der vielen Soft Skills, die für Digital Leadership so wichtig geworden sind.

Führungskräfte Digitalisierung

Soft Skills für digitale Arbeitsstrukturen

Denn ein ganz wichtiger Aspekt von Digital Leadership sind die Soft Skills. Zwar sind diese Kompetenzen nicht wirklich neu. Sie haben wohl immer schon eine gute Mitarbeiterführung ausgezeichnet. Dennoch stehen sie heute mehr im Zentrum als je zuvor.

Ein wichtiger Punkt ist die Kommunikation auf Augenhöhe. „Leitwölfe“ sind weniger gefragt. Die wichtigste Aufgabe der Führungskraft ist es, ein Team zu vernetzen, zu managen und in wichtige Entscheidungen einzubeziehen.

Dennoch darf, bei aller Kommunikation auf Augenhöhe, Führung nicht als Basisdemokratie missverstanden werden. Auch das kann den Fortschritt im Unternehmen lähmen. Gerade in Start-ups bilden sich am Anfang oft basisdemokratische Strukturen aus. Wächst das Unternehmen, wird schnell klar, dass man diese Strukturen nicht konsequent beibehalten kann.

Eine gute Führungskraft muss wissen, wann Entscheidungen im Team getroffen werden sollten, und wann eine Top-Down-Entscheidung der richtige Weg ist. Auch dann ist jedoch Transparenz wichtig. Mitarbeiter müssen auf dem Laufenden gehalten werden. Es muss deutlich werden, warum eine Entscheidung getroffen wird und was sie für das Team bedeutet.

Kommunikation ist um so wichtiger, wenn Teammitglieder an verschiedenen Standorten oder gar nur im Home Office miteinander arbeiten. Sie alle müssen das Gefühl haben, Teil eines Teams zu sein und ein gemeinsames Ziel zu haben.

Sie müssen untereinander bestens vernetzt sein und wissen, woran der jeweils andere gerade arbeitet. Dies sind sicherlich die größten Herausforderungen im digitalen Zeitalter. Und weitere Gründe, warum Soft Skills für Digital Leadership so wichtig sind.

Diese Fähigkeit zur Integration hat natürlich auch etwas mit Diversity Management zu tun. Auch das ist also nicht neu. Dahinter steht die Einsicht, dass vielfältige Teams effizienter arbeiten. Vor allem aber sind sie innovativer und kreativer. Der Grund: Es kommen viele verschiedene Talente zusammen.

Dennoch bleibt Diversity Management ein Lippenbekenntnis, solange die Führungskraft Diversität nicht selbst lebt und zu 100% hinter dem Gedanken steht. Auch das ist eine wichtige Kompetenz für Digital Leaders.


„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen.“


Chinesisches Sprichwort

Digital Leadership: Führungsmodelle für das digitale Zeitalter

Was Digital Leadership ausmacht, ist nichts Neues. Führung im digitalen Zeitalter erfordern ein hohes Maß an Soft Skills. Das war aber früher auch schon so. Es lag nur lange Zeit nicht so „im Trend“.

Dies hat sich erst mit der Generation Y geändert. Die Digitalisierung hat diese Form der Führung also nicht „erfunden“, nicht hervorgerufen. Dennoch werden diese neuen Formen der Führung im Zeitalter der Digitalisierung noch wichtiger.

Neue Teamstrukturen, virtuelle Teams, flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, kurze Innovationszyklen und schnellere Kommunikationswege lassen andere Kompetenzen in der Führung wichtig werden.

Dazu gehören Flexibilität, Organisationstalent, aber auch ein hohes Maß an Empathie und ein Gespür für Menschen und ihre Bedürfnisse. Damit dürfen althergebrachte Führungsmuster mit der Digitalisierung endgültig ausgedient haben.

About the Author

Unternehmer, Trainer, zertifizierter ROMPC-Berater und Coach, Humorcoach, gefragter Redner bei Kongressen, öffentlichen und internen Seminaren und Free the Limbic®Business Consultant.




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