Führungskräfte: aktuelle Tipps und Trends

Führungskräfte Tipps

In Sachen Führung hat sich in den letzten Jahren viel getan. Jedenfalls in der Theorie. Denn in der Praxis deutscher Unternehmen ist längst noch nicht überall ein moderner Führungsstil eingezogen.

Was zeichnet also eine Führungskraft heute aus? Was muss sie können? Und wie kann man sich auf eine Führungsrolle vorbereiten? Die wichtigsten Aspekte rund um Führungskräfte heute haben wir hier einmal zusammengefasst.

Was macht eine Führungskraft?

Blöde Frage, denken Sie vielleicht. Führen, natürlich.

Ganz so einfach ist es aber nicht. Denn wenn Führung so leicht wäre – hätten wir in Unternehmen sicher ein paar Probleme weniger. Denn nach wie vor hat Deutschland ein Führungsproblem.

In vielen Unternehmen dominieren veraltete Führungsstrukturen. In Führungspositionen kommt man in vielen Bereichen noch immer nach dem Senioritätsprinzip. Die eigentliche Eignung zu Führung spielt dann kaum eine Rolle.

Führungskraft Fähigkeiten

Typische Merkmale überkommener Führungsstrukturen sind:

  • ein starkes hierarchisches Gefälle
  • der Chef „sagt, wo’s lang geht“
  • mangelnde Transparenz von Prozessen und Entscheidungen
  • Mitarbeiter sind Aufgabenerfüller, Befehlsempfänger

Das zeigt sich auch im Führungsverhalten. Es gibt signifikante Unterschiede zwischen dem, was man heute „Leader“ nennt und dem klassischen „Chef“. (Zum Thema „Leadership“ gleich mehr.)

Ein Chef im klassischen Sinne ist unnahbar für seine Mitarbeiter. Er hat eine Top-down-Mentalität. Entscheidungen trifft er alleine.

In einer komplexen digitalen Welt mit kurzen Innovationszyklen ist das jedoch kein effizientes Modell mehr. Daher tritt an die Stelle klassischer Führung heute mehr und mehr der moderne Leadership-Gedanke.

Modernes Leadership: Führung heute

In einem modernen Führungskonzept ist der Leader eher primus inter pares denn Alleinherrscher. Führung bedeutet, die Kompetenzen aller Teammitglieder zu nutzen. Denn einen Chef, der alle Teilbereiche des Unternehmens oder der Abteilung bis ins Letzte durchschaut, gibt es heute kaum mehr.

Gute Führung bedeutet heute daher mehr denn je: Soft Skills zählen. Dazu gehören Empathie, Wertschätzung und Transparenz.

Führung hat in dem Sinne auch eine ethische Komponente: Sie sollten als Führungskraft ein Vorbild sein – und mit Ihrem Verhalten Mitarbeiter motivieren, ebenso offen und wertschätzend zu agieren. Mehr zum Thema „Führungskraft als Vorbild“ lesen Sie hier.

Ihre Mitarbeiter müssen sich in ihrer Rolle im Team wohlfühlen und ernstgenommen fühlen. Sie müssen zu Ihnen als Führungskraft Vertrauen haben. Nur dann werden sie offen mit Ihnen sprechen. Und diese Offenheit brauchen Sie!

Eine moderne Führungskraft ist auf den Input seiner Teammitglieder angewiesen. Stellen Sie sich vor, Ihre Mitarbeiter haben Angst vor Ihnen. Zum Beispiel, weil sie negatives Feedback oder gar Sanktionen fürchten.

Werden sie sich dann frei fühlen, Vorschläge zu äußern, „laut zu denken“? Vermutlich eher nicht. Darum führt ein allzu autoritärer Führungsstil oft dazu, dass wertvolles Potential von Mitarbeiter nicht genutzt werden kann.

Zudem gilt: Fühlt ein Mitarbeiter sich nicht wertgeschätzt, sinkt die Motivation. Das kann bis zur inneren Kündigung führen. Auch das kostet das Unternehmen Geld.

Eine wertschätzende Kommunikation in der Führungsetage zu fordern hat also nichts damit zu tun, an empfindsame Seelen Streicheleinheiten zu verteilen. Es geht um den Unternehmenserfolg!

Natürlich besteht Führung nicht allein aus Soft Skills. Auch Organisationstalent ist gefragt – und vieles andere mehr.

Die wichtigsten Punkte, die ein modernes Leadership auszeichnen, haben wir in unserem Beitrag „Kompetenzen als Führungskraft: an diesen 8. Punkten kommen sie nicht vorbei!“ für Sie zusammengefasst.

Führung in der digitalen Welt

Zwar ist die Idee, dass Führung anders besser funktioniert, nicht komplett neu. Sie ist auch nicht unmittelbar auf die Digitalisierung zurückzuführen.

Allerdings hat die Digitalisierung sicherlich ihren Beitrag dazu geleistet, dass sich modernes Leadership mehr und mehr verbreitet.

Warum aber?

Ganz einfach. Die Entwicklungen im digitalen Zeitalter sind schnell. Informationen sind quasi immer und überall sofort verfügbar.

Diese Informationen nutzen nichts, wenn sie nicht genutzt und verarbeitet werden können. Ein einzelner Mensch kann das alles kaum überblicken.

Darum bedeutet Führung im Digitalzeitalter auch, Informationsflüsse zu managen, die richtigen Menschen an der richtigen Stelle ins Boot zu holen. Ein Digital Leader muss nicht alles wissen und alles können. Er muss im entscheidenden Moment wissen, wer es kann und weiß.

In solch einer fluiden Welt ist für Leitwölfe also kaum noch Platz. Wer Informationen für sich behält und alles alleine zu lösen versucht, verzettelt sich, verpasst den Anschluss. Das wiederum kostet das Unternehmen Geld, bedeutet womöglich sogar den Ruin.

Ein muss auch zeitgemäße Tools des Projektmanagements und agile Verfahren zu nutzen wissen. Das klingt einfacher als es ist. Denn es genügt nicht, die technische Kompetenz zu besitzen, wie man ein Tool verwendet.

Auch ein Projektmanagementtool managt nicht von alleine. Die smarte Verwendung solcher Tools ist daher mittlerweile Kernkompetenz von Führung.

Wichtig ist das nicht nur als schickes Gadget zur Kommunikation mit dem Kollegen im Zimmer nebenan. Durch die Digitalisierung ist Remote-Arbeiten stark auf dem Vormarsch.

Mitarbeiter sitzen heute nicht mehr notwendigerweise alle im selben Gebäude, sondern sind unter Umständen über die ganze Welt verstreut – an der Nutzung digitaler Kommunikationswege führt dann nichts mehr vorbei.

Sie möchten mehr darüber wissen, wie sich Führung im digitalen Zeitalter aussieht? Lesen Sie auch unseren Beitrag „Digital Leadership: So wirkt sich die Digitalisierung auf Führungsverhalten aus“.

Ist Führung was für mich?

Kann man Führung lernen? Ja, auf jeden Fall! Das sollte man sogar.

Doch die viel entscheidendere Frage ist: Sind Sie jemand, der gerne führt? Denn eine Führungsrolle zu mögen, das kann man eben nicht lernen. (Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Führungskraft – Warum soll ich mir das antun?“.)

Wer gerne allein vor sich in bröselt, empfindet es unter Umständen als Last, ständig mit Menschen kommunizieren zu müssen.

Wer sich selbst schlecht organisieren kann, hat vielleicht keine Lust, eine ganze Abteilung oder womöglich ein ganzes Unternehmen zu managen.

Wer schon privat nicht besonders entscheidungsfreudig ist, empfindet es vielleicht eher als Last, Entscheidungen zu treffen, die ein ganzes Unternehmen betreffen.

Daran ist nichts verkehrt. Sie müssen nur für sich herausfinden, ob Sie sich selbst wirklich in einer Führungsrolle sehen.

Lassen Sie sich nicht vom Status und der Gehalterhöhung blenden. Beides macht Sie nicht glücklich, wenn Sie sich als Individuum in einer Führungsrolle nicht wohlfühlen.

Zugleich schaden Sie damit potentiell auch dem Unternehmen. Wer sich in seiner Führungsrolle unwohl fühlt, ist leicht gestresst. Fühlt sich womöglich ständig überfordert. Das wiederum mindert natürlich die Leistungsfähigkeit im Job.

Es ist also nicht verkehrt, sich ganz ernsthaft zu fragen: Möchte ich das wirklich? Denn nur, wenn Sie etwas – ganz gleich ob es um Führungspositionen oder irgendetwas anderes im Leben geht – werden Sie es auch mit Erfolg ausfüllen!

Führungskräfte Erwartungen

Wie schaffe ich den Sprung in die Führung?

Sie haben Lust, die Herausforderung anzunehmen und als Führungskraft im Unternehmen tätig zu sein? Dann sollten Sie den Weg dorthin langfristig planen.

Damit ist natürlich nicht gemeint, dass Sie sich durch fiese Intrigen langfristig Ihren Weg an die Spitze bahnen sollen. Um Himmels Willen, nein!

Strategisch vorgehen sollten Sie aber trotzdem. Und das bedeutet vor allem: Investieren Sie frühzeitig in Ihre Weiterbildung!

Es gibt viele Möglichkeiten, sich auf eine spätere Führungsposition vorzubereiten.

Lesen Sie Blogs– zum Beispiel auch unseren Artikel „Erfolgsfaktoren für Führungskräfte: unsere Top 10“ – und Zeitschriften zu dem Thema. Lesen Sie Fachbücher.

Und natürlich gibt es auch wertvolle Seminare, Trainings und Coachings für Führungskräfte und angehende Führungskräfte.

Wenn Sie an einem Seminar teilnehmen möchten, besprechen Sie dies auch mit Ihrem Arbeitgeber; eventuell können Sie für Seminare auch einen Zuschuss beantragen. Damit dokumentieren Sie zugleich Ihr Interesse an einer Führungsrolle.

Natürlich gilt ganz generell: Wer eine Führungsposition anstrebt, sollte im Unternehmen gut vernetzt sein – und sich von Anfang an als empathischer, hilfsbereiter und kompetenter Kollege zeigen.

Viele Qualitäten einer Führungskraft sind schließlich auch einfach positive Qualitäten von Menschen ganz allgemein!

Sie in der Führung anzuwenden bedeutet ja „nur“, sie systematisch einzusetzen, um den Unternehmenserfolg zu sichern. Und auf diesen systematischen Einsatz können Sie sich auf vielfältige Weise vorbereiten.

In unserem Artikel „Führungskraft werden – so klappt der Einstieg garantiert“ haben wir Ihnen weitere Tipps zusammengestellt, wie Sie sich auf eine Führungsposition vorbereiten und wie der Einstieg gelingt.

Fazit

Im Bereich Führung tut sich derzeit viel in Deutschland. Die Transformation hin zum neuen Leadership-Gedanken findet in immer mehr Unternehmen statt – auch, weil die Generationen Y und Z mit ganz anderen Ansprüchen und Ideen auf den Arbeitsmarkt gekommen sind als frühere Generationen.

Dennoch gibt es noch viel zu tun! Sich mit modernen, dynamischen Führungsmodellen zu befassen, ist also in jedem Fall eine gute Idee – egal, ob Sie bereits Führungskraft sind oder späterhin eine solche Position anstreben.

About the Author

Unternehmer, Trainer, zertifizierter ROMPC-Berater und Coach, Humorcoach, gefragter Redner bei Kongressen, öffentlichen und internen Seminaren und Free the Limbic®Business Consultant.




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